
Wenn die Zukunft sich kaum noch gestalten lässt: Warum Emotionen in die strategische Vorausschau gehören
- Fenja Hentschel
Doch in Zeiten von Poly- und Dauerkrise erleben viele Menschen kein Informations-, sondern ein Gefühlsproblem: Überforderung, ein strapaziertes Vertrauen darin, dass sich Zukunft überhaupt noch gemeinsam gestalten lässt, und das Gefühl, ihr ausgeliefert zu sein. Alles Dinge, die sich nicht wegrechnen lassen.
Genau hier setzt die nächste Ausgabe von „Engage, Learn & Transform” an, ein Format der Advanced Foresight Group. Das Event bringt Kund:innen, Partner:innen und Freund:innen der Advanced Foresight Group zusammen, um gemeinsam eine proaktive Zukunftshaltung zu stärken. Statt Abwehrkämpfe gegen Krisen zu führen, stellen wir die Handlungshoheit in den Mittelpunkt: Wie navigieren wir durch Polykrise und Transformationsstress, und was leistet strategische Vorausschau dabei? Statt Emotionen als Störgröße zu behandeln, fragen wir: Was, wenn sie der Hebel sind?
Erschütterung und Disruption
Vieles in unserer Welt erschüttert, leider. Ein Blick in die Nachrichten genügt, gerade in Zeiten, in denen von Poly-, Multi- oder Dauerkrisen die Rede ist. In dieser Ausgabe setzen wir uns deshalb mit Begriffen wie Erschütterung und Disruption auseinander und stellen uns drei Fragen:
- Was erschüttert uns, was erschüttert unsere Geschäftsmodelle?
- Wie können wir die Bedeutung aktueller Entwicklungen im Dauerlärm der Polykrise erkennen?
- Wie schätzen wir Risiken ein, wie Einfluss, wie Wahrscheinlichkeiten?
Gemeinsam erkunden wir, warum uns die Realität immer wieder kalt erwischt und welche Möglichkeiten die strategische Vorausschau anbietet, um Handlungsspielräume und Handlungshoheit (zurück) zu gewinnen.
Drei Impulse, die zum Weiterdenken einladen
(1) Zukunft unter Extrembedingungen
Wie findet man Zugang zu hoffnungsvollen Zukunftsbildern, wenn die Gegenwart kaum aushaltbar ist? Mit dieser Frage hat sich Vitalii Vorobiov in seiner Masterarbeit beschäftigt. Er untersucht, wie Menschen unter Bedingungen von Krieg, Vertreibung und existenzieller Unsicherheit wieder Zugang zu hoffnungsvollen Zukunftsbildern finden können.
Dafür hat er einen trauma-sensiblen Visionierungsprozess entwickelt und ihn in zwei Workshops mit Ukrainer:innen in Berlin und Lissabon erprobt. Im Zentrum steht nicht die Prognose einer wahrscheinlichen Zukunft, sondern die Frage, wie Vertrauen, Vorstellungskraft und Handlungsfähigkeit in einem Zustand kollektiver Erschöpfung methodisch unterstützt werden können. Genau das berührt uns an dieser Arbeit: Sie nimmt die Menschen ernst, dort wo es wirklich wehtut.*
(2) Zukunftsemotionen als Ressource
Susanne Waldow-Meier (FU Berlin) zeigt, wie Zukunftsemotionen Vertrauen und Kooperation stärken können. Gefühle gelten in der Vorausschau oft als das, was man ausklammert, um zu klaren Einschätzungen zu kommen. Ihr Impuls dreht diese Logik um und fragt, welche gestalterische Kraft in ihnen steckt.
(3) Der blinde Fleck der Daten
Dr. Stefan Niederhafner (Sudeco) geht der Frage nach, warum uns die Realität trotz aller Daten immer wieder kalt erwischt. Wir verfügen über mehr Information als je zuvor und werden trotzdem regelmäßig überrascht. Woran liegt das, und was bedeutet es für die Art, wie wir Zukunft denken?
Worum es wirklich geht
Was braucht es, damit Zukunft wieder gestaltbar wird, auch wenn man ihr gerade ausgeliefert fühlt? Das ist die Frage, die sich durch den ganzen Abend zieht. Es geht nicht darum, die richtige Zukunft zu erraten, sondern darum, in einer interaktiven Diskussion gemeinsam neue Handlungsspielräume zu entdecken.
Du hast Lust, mitzudiskutieren und mit uns durch diese Fragen zu denken? Wir freuen uns auf dich!
📅 Donnerstag, 18.06.2026, ab 17.00 Uhr – 📍 Ellery Studio, Berlin
Zur Anmeldung: Tickets
Das öffentliche Event am Donnerstag hat noch freie Plätze. Den begleitenden Workshop am Freitag haben wir bereits voll besetzt.
*Dieser Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

