Unser Ad-hoc-Foresight-Radar für die Chemie

Strategische Klarheit mit dem Ad-hoc-Foresight-Radar

Zweite Veranstaltung aus der Reihe: Chemie weiterdenken

Am 28. Juli 2025 startete unsere zweite Online-Konferenz zum Thema „Zukunft der Chemie in Deutschland“ mit dem Ad-hoc-Foresight-Radar. Erneut freuen wir uns über die rege Teilnahme aus der Branche mit hochkarätigen Gästen. Nach einer kurzen Einführung von Dr. Bernhard Albert zu dem, was die Advanced Foresight Group auszeichnet, ging es anknüpfend an die erste Veranstaltung (mehr dazu hier) gleich ins Thema. Unsere wichtigste Erkenntnis aus der ersten Veranstaltung: Die Diskussion alternativer Szenarien ist ein hervorragender Weg, um Risiken und Probleme auf dem Weg in die Zukunft schnell und prägnant herauszuarbeiten. Doch für tatsächliche Lösungen muss mehr Zeit aufgewendet werden.

Wohl und Wehe der Chemie am Standort Deutschland

Acht zentrale Entwicklungen

Des Weiteren wurden im ersten Online-Event acht Entwicklungen als zentral für Wohl oder Wehe der Branche am Standort Deutschland und Europa als zentral identifiziert. Nun folgte die Frage, wie die Teilnehmenden diese acht Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Wirkung und Aufwand einordnen. Hier die Ergebnisse:

Interessanterweise wurde die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und die öffentliche Wahrnehmung der Branche (7) als verhältnismäßig kostengünstig, aber im Vergleich weniger wirksam eingeschätzt. Ein Punkt, der insbesondere im Hinblick auf die Politik und die Regulierung der Chemie-Branche eingehender untersucht werden sollte. Im Hinblick auf die Wirksamkeit besser bewertet wurden Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (4) sowie neue Verfahren (5) bei etwas geringerem Aufwand, während bei der Restrukturierung der Energiemärkte (3), der Dekarbonisierung und Rohstoffbeschaffung (2) wie auch bei der politischen Rahmensetzung (8) bei gleich hohen „Impact“ von einem höheren Aufwand ausgegangen wurde.

Diese Einschätzungen sind nur eine Momentaufnahme, laden aber dennoch dazu ein, diskutiert, ggf. angepasst und dann in konkrete strategische Überlegungen übersetzt zu werden. Die Advanced Foresight Group unterstützt dabei gerne.

Interessant war auch das Ranking von Handlungsempfehlungen, die wir auf Basis des ersten Online-Events identifiziert hatten:

Unter den Teilnehmenden des zweiten Events war die Priorisierung recht eindeutig: eine klare strategische Orientierung mit Schwerpunkt auf Innovationspotenzial stand an erster Stelle, dann Fachkräfte sichern, die politische Rahmengesetzgebung mitgestalten und die Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Auf dieser Basis ließe sich beinahe schon ein erster 70-Seiten-Trendreport erstellen, wie viele einschlägige Reports belegen. Sie bewegen sich oft auf diesem Niveau und erreichen nicht die erforderliche Tiefe – nicht nur in der Chemiebranche. Die Vielzahl solcher (oft schlechter) Informationen macht es selbst für die Profis nicht immer leicht, relevante Informationen im „Lärm des Informationssturms“ zu erkennen. Ein Sturm, der sich tagtäglich um uns dreht, und dank KI fortlaufend an Stärke zunimmt.

Symbolbild: „Übersicht aktueller Reports“

Von einzelnen Reports zum Ad-hoc-Foresight-Radar

Nach diesen Einführungen lud André Winzer von Schaltzeit die Teilnehmenden ein, sich Stephano Bendito vorzustellen, eine Persona, wie man sie auch aus Marktanalysen kennt, und zugleich Senior Experte für Strategische Vorausschau in einem Chemiekonzern. Stephano verfügt über langjährige analytische Erfahrung sowie umfassendes Wissen zu technologischen Entwicklungen und Marktmechanismen. Er kennt sein Unternehmen und die Branche als Ganzes. Doch selbst er wird überflutet mit viel zu vielen Studien, neuen Artikeln in International Journals, Reports von Think Tanks, Regierungen, Verbänden und Unternehmen. Und seinen Kolleg:innen, seien es Mitarbeitende in der Forschung, den operativen Abteilungen oder im Vorstand, geht es nicht besser.

Hier setzt der Ad-hoc-Foresight-Radar von Schaltzeit an, der in Kooperation mit den Partnern der Advanced Foresight Group entwickelt wurde. André erläuterte, in knapper Form wie der KI-basierte Ad-hoc-Radar auf der Foresight Plattform PEACOQ funktioniert, wie die dahinterliegende Datenbank aufgebaut ist, in Trend- und Zukunftsstudien fortlaufend eingespeist und im KI-Workflow analysiert werden, und welche Rolle menschliche Expert:innen spielen, um die Arbeit der automatisierten KI-Agenten zu fokussieren, und die extrahierten Informationen textlich und grafisch den Interessen der Zielgruppen entsprechend aufzubereiten.

Wie der Radar konkret eingesetzt werden kann, wurde anschließend mit den Teilnehmenden in drei Workshops kurz erprobt und diskutiert.

Workshop: Strategisches Management trifft Foresight

In einer Welt voller Dynamik, Komplexität und Unsicherheit sind neue Denk- und Handlungsansätze gefragt. Der strukturierte Weg – von der Identifikation relevanter Trends über die Entwicklung kundenzentrierter Lösungen bis hin zur Arbeit mit Zukunftsszenarien – eröffnet Organisationen wertvolle Handlungsspielräume und stärkt ihre strategische Entscheidungsfähigkeit. So wird Unsicherheit nicht zum Risiko, sondern zur strategischen Handlungsorientierung. Ein guter Ausgangspunkt: Wer sein eigenes Leistungsversprechen wirklich durchdringen will, kann es konsequent mithilfe des Business Model Canvas reflektieren.

In diesem Workshop, geleitet von Christoph Mokwa von ion3, ging es darum, mit zwei ausgewählten Signalen aus dem Ad-hoc-Foresight Radar am konkreten Beispiel zu testen, wie in die Zukunft gedacht werden soll. Hierzu wurden die Signale aus dem Radar mit dem Futures Wheel verknüpft, einem Tool, das dabei hilft, „Was wäre, wenn?“-Konstruktionen zu konkretisieren. Das Signal „Chemische Wasserstoffspeicherung hat sich als Standard etabliert“ war dabei Ausgangpunkt im Zentrum des Futures Wheel, von dem aus die Teilnehmenden Auswirkungen erster und zweiter Ordnung ableiteten. Diese machen strategische Optionen sichtbar und helfen frühzeitig Maßnahmen einzuleiten. Ein zentraler Schritt dabei ist die Übertragung der Szenarien auf das eigene Geschäftsmodell. In moderierten Expertengesprächen wird der mögliche Einfluss gemeinsam bewertet und dokumentiert – das konnte im Rahmen des Workshops aus Zeitgründen natürlich nur angerissen werden.

Workshop: Foresight im Unternehmen verankern mit dem Foresight-Ambassador-Programm

Der Foresight-Radar zeigte eine Übersicht über bestehendes Wissen zur Chemiebranche und gegenwärtige Annahmen über mögliche zukünftige Entwicklungen. Dieser Überblick ist ein wichtiger erster Schritt, doch nicht weniger relevant ist die Frage, wie dieses Wissen in Unternehmen aufgegriffen und weiterbearbeitet wird, sodass Ergebnisse von Foresight-Analysen konstruktiv in unternehmerische Entscheidungsprozesse einfließen können.

Magdalena Soetebeer von Schaltzeit erläuterte, dass bei dem Design und der Pilotierung eines Foresight-Prozesses die Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmenskultur oft vernachlässigt wird – obwohl gerade sie entscheidend dafür ist, inwieweit Foresight-Prozesse anschlussfähige Ergebnisse hervorbringen. Denn die Art und Weise, wie Entscheidungsstrukturen im Kontext (unsicherer) Zukunftsannahmen gelebt werden, ist keineswegs trivial. Das klassische Dilemma zwischen dem Wunsch nach sicher planbarer Zukunft einerseits und der inhärenten Ungewissheit andererseits ist in Unternehmen allgegenwärtig: Eine scheinbar vorhersehbare und damit transparente Zukunft erleichtert Entscheidungen, ist jedoch anfällig für Blindspots – während die ungewisse, nicht vorhersehbare Zukunft zwar näher an der Realität ist, jedoch zur Handlungsparalyse führen kann, insbesondere in Krisenzeiten, in denen entschlossenes Handeln gefragt ist. Von den Teilnehmenden wurde als kurzer Einstieg diskutiert, wie in ihrem jeweiligen Unternehmenskontext mit dem beschriebenen Dilemma zwischen Unsicherheit und Entscheidungsdruck umgegangen wird.

Anschließend stellte Dodo Vögler das Foresight-Ambassador-Programm von Ellery Studio vor, das gezielt dabei unterstützt, Foresight-Prozesse im Unternehmen zu strukturieren, zu verankern und langfristig zu skalieren. Denn in der Praxis zeigt sich: Strategien scheitern oft am fehlenden internen Verständnis für deren Relevanz und Zielrichtung. Innovationen verlaufen im Sande, wenn es an breiter Unterstützung und institutioneller Rückendeckung fehlt. Gleichzeitig äußern Mitarbeitende zunehmend den Wunsch, aktiv an Zukunftsprozessen mitzuwirken – stoßen dabei aber häufig auf Strukturen, die ihnen keinen echten Gestaltungsraum bieten. Klassische Organisationseinheiten reagieren zudem oft zu träge auf die Dynamiken des Wandels, was die Anschlussfähigkeit an neue Entwicklungen weiter erschwert.

Ein besonders spannender Punkt, der in der anschließenden Gruppendiskussion hervorgehoben wurde, betraf die erforderlichen sozialen Kompetenzen eines Foresight Ambassadors: Neben methodischem und inhaltlichem Know-how braucht es die Stärke, Widerspruch und Gegenwind aushalten zu können und gleichzeitig unterschiedliche, teils rivalisierende Perspektiven innerhalb des Unternehmens konstruktiv zu moderieren.

Berücksichtigt man diese Ebenen, dient dies einer nachhaltigen Implementierung von Foresight im Unternehmen.

Workshop: ScenarioLabs – auf den Spuren von Trends mögliche Entwicklungspfade systematisch erkunden

Dr. Bernhard Albert von Foresight Solutions erläuterte in seinem Workshop eine Spezialform der verbreiteten Szenarienkonstruktion mit vier Szenarien in einer Vierfeldermatrix. Dafür werden grundsätzlich zwei für die jeweilige Aufgaben- oder Fragestellung besonders relevante Schlüsselfaktoren in je zwei extremen Ausprägungen ausgewählt. Diese Ausprägungen bilden den Bezugsrahmen für vier Extremszenarien, die mit weiteren dazu passenden Signalen und Trends zu konsistenten und plausiblen Narrativen verdichtet werden. Die vier Extremszenarien liegen an den Rändern des Möglichkeitsraums, den sie begrenzen.

Von einzelnen Reports zum Ad-hoc-Foresight-Radar

Nach diesen Einführungen lud André Winzer von Schaltzeit die Teilnehmenden ein, sich Stephano Bendito vorzustellen, eine Persona, wie man sie auch aus Marktanalysen kennt, und zugleich Senior Experte für Strategische Vorausschau in einem Chemiekonzern. Stephano verfügt über langjährige analytische Erfahrung sowie umfassendes Wissen zu technologischen Entwicklungen und Marktmechanismen. Er kennt sein Unternehmen und die Branche als Ganzes. Doch selbst er wird überflutet mit viel zu vielen Studien, neuen Artikeln in International Journals, Reports von Think Tanks, Regierungen, Verbänden und Unternehmen. Und seinen Kolleg:innen, seien es Mitarbeitende in der Forschung, den operativen Abteilungen oder im Vorstand, geht es nicht besser.

Hier setzt der Ad-hoc-Foresight-Radar von Schaltzeit an, der in Kooperation mit den Partnern der Advanced Foresight Group entwickelt wurde. André erläuterte, in knapper Form wie der KI-basierte Ad-hoc-Radar auf der Foresight Plattform PEACOQ funktioniert, wie die dahinterliegende Datenbank aufgebaut ist, in Trend- und Zukunftsstudien fortlaufend eingespeist und im KI-Workflow analysiert werden, und welche Rolle menschliche Expert:innen spielen, um die Arbeit der automatisierten KI-Agenten zu fokussieren, und die extrahierten Informationen textlich und grafisch den Interessen der Zielgruppen entsprechend aufzubereiten.

Wie der Radar konkret eingesetzt werden kann, wurde anschließend mit den Teilnehmenden in drei Workshops kurz erprobt und diskutiert.

Workshop: Strategisches Management trifft Foresight

In einer Welt voller Dynamik, Komplexität und Unsicherheit sind neue Denk- und Handlungsansätze gefragt. Der strukturierte Weg – von der Identifikation relevanter Trends über die Entwicklung kundenzentrierter Lösungen bis hin zur Arbeit mit Zukunftsszenarien – eröffnet Organisationen wertvolle Handlungsspielräume und stärkt ihre strategische Entscheidungsfähigkeit. So wird Unsicherheit nicht zum Risiko, sondern zur strategischen Handlungsorientierung. Ein guter Ausgangspunkt: Wer sein eigenes Leistungsversprechen wirklich durchdringen will, kann es konsequent mithilfe des Business Model Canvas reflektieren.

In diesem Workshop, geleitet von Christoph Mokwa von ion3, ging es darum, mit zwei ausgewählten Signalen aus dem Ad-hoc-Foresight Radar am konkreten Beispiel zu testen, wie in die Zukunft gedacht werden soll. Hierzu wurden die Signale aus dem Radar mit dem Futures Wheel verknüpft, einem Tool, das dabei hilft, „Was wäre, wenn?“-Konstruktionen zu konkretisieren. Das Signal „Chemische Wasserstoffspeicherung hat sich als Standard etabliert“ war dabei Ausgangpunkt im Zentrum des Futures Wheel, von dem aus die Teilnehmenden Auswirkungen erster und zweiter Ordnung ableiteten. Diese machen strategische Optionen sichtbar und helfen frühzeitig Maßnahmen einzuleiten. Ein zentraler Schritt dabei ist die Übertragung der Szenarien auf das eigene Geschäftsmodell. In moderierten Expertengesprächen wird der mögliche Einfluss gemeinsam bewertet und dokumentiert – das konnte im Rahmen des Workshops aus Zeitgründen natürlich nur angerissen werden.

Workshop: Foresight im Unternehmen verankern mit dem Foresight-Ambassador-Programm

Der Foresight-Radar zeigte eine Übersicht über bestehendes Wissen zur Chemiebranche und gegenwärtige Annahmen über mögliche zukünftige Entwicklungen. Dieser Überblick ist ein wichtiger erster Schritt, doch nicht weniger relevant ist die Frage, wie dieses Wissen in Unternehmen aufgegriffen und weiterbearbeitet wird, sodass Ergebnisse von Foresight-Analysen konstruktiv in unternehmerische Entscheidungsprozesse einfließen können.

Magdalena Soetebeer von Schaltzeit erläuterte, dass bei dem Design und der Pilotierung eines Foresight-Prozesses die Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmenskultur oft vernachlässigt wird – obwohl gerade sie entscheidend dafür ist, inwieweit Foresight-Prozesse anschlussfähige Ergebnisse hervorbringen. Denn die Art und Weise, wie Entscheidungsstrukturen im Kontext (unsicherer) Zukunftsannahmen gelebt werden, ist keineswegs trivial. Das klassische Dilemma zwischen dem Wunsch nach sicher planbarer Zukunft einerseits und der inhärenten Ungewissheit andererseits ist in Unternehmen allgegenwärtig: Eine scheinbar vorhersehbare und damit transparente Zukunft erleichtert Entscheidungen, ist jedoch anfällig für Blindspots – während die ungewisse, nicht vorhersehbare Zukunft zwar näher an der Realität ist, jedoch zur Handlungsparalyse führen kann, insbesondere in Krisenzeiten, in denen entschlossenes Handeln gefragt ist. Von den Teilnehmenden wurde als kurzer Einstieg diskutiert, wie in ihrem jeweiligen Unternehmenskontext mit dem beschriebenen Dilemma zwischen Unsicherheit und Entscheidungsdruck umgegangen wird.

Anschließend stellte Dodo Vögler das Foresight-Ambassador-Programm von Ellery Studio vor, das gezielt dabei unterstützt, Foresight-Prozesse im Unternehmen zu strukturieren, zu verankern und langfristig zu skalieren. Denn in der Praxis zeigt sich: Strategien scheitern oft am fehlenden internen Verständnis für deren Relevanz und Zielrichtung. Innovationen verlaufen im Sande, wenn es an breiter Unterstützung und institutioneller Rückendeckung fehlt. Gleichzeitig äußern Mitarbeitende zunehmend den Wunsch, aktiv an Zukunftsprozessen mitzuwirken – stoßen dabei aber häufig auf Strukturen, die ihnen keinen echten Gestaltungsraum bieten. Klassische Organisationseinheiten reagieren zudem oft zu träge auf die Dynamiken des Wandels, was die Anschlussfähigkeit an neue Entwicklungen weiter erschwert.

Ein besonders spannender Punkt, der in der anschließenden Gruppendiskussion hervorgehoben wurde, betraf die erforderlichen sozialen Kompetenzen eines Foresight Ambassadors: Neben methodischem und inhaltlichem Know-how braucht es die Stärke, Widerspruch und Gegenwind aushalten zu können und gleichzeitig unterschiedliche, teils rivalisierende Perspektiven innerhalb des Unternehmens konstruktiv zu moderieren.

Berücksichtigt man diese Ebenen, dient dies einer nachhaltigen Implementierung von Foresight im Unternehmen.

Workshop: ScenarioLabs – auf den Spuren von Trends mögliche Entwicklungspfade systematisch erkunden

Dr. Bernhard Albert von Foresight Solutions erläuterte in seinem Workshop eine Spezialform der verbreiteten Szenarienkonstruktion mit vier Szenarien in einer Vierfeldermatrix. Dafür werden grundsätzlich zwei für die jeweilige Aufgaben- oder Fragestellung besonders relevante Schlüsselfaktoren in je zwei extremen Ausprägungen ausgewählt. Diese Ausprägungen bilden den Bezugsrahmen für vier Extremszenarien, die mit weiteren dazu passenden Signalen und Trends zu konsistenten und plausiblen Narrativen verdichtet werden. Die vier Extremszenarien liegen an den Rändern des Möglichkeitsraums, den sie begrenzen.

Zwei Schlüsselfaktoren mit zwei extremen Ausprägungen begrenzen den Möglichkeitsraum

Im Inneren des Möglichkeitsraums können, basierend auf bereits identifizierten Signalen und Trends, weiteren Schlüsselfaktoren oder beabsichtigten strategischen Entscheidungen, dann unterschiedlichste explorative oder normative Szenarien entwickelt und verortet werden. Ein vorhandenes Trendradar ist ein hervorragendes Hilfsmittel zur Identifikation und Ausgestaltung dieser Szenarien.

Die Vierfeldermatrix und die in ihm erfassten Szenarien ermöglichen es, zu bestimmen, wie sich strategische Entscheidungen und Investitionen oder auch einzelne Produkte und Services unter den Bedingungen der jeweiligen Szenarien zukünftig entwickeln könnten. Das erlaubt Rückschlüsse auf die Bedingungen für das Gelingen oder Scheitern der eigenen Aktivitäten sowie auf die Möglichkeiten und Grenzen zur aktiven Gestaltung im jeweiligen Umfeld. Durch dieses systematische Vorgehen lassen sich ökonomische Risiken und Chancen transparent erfassen und darstellen.

Verbindende Elemente

In allen drei Workshops wurde deutlich, dass solide, faktenbasierte Grundannahmen wichtig sind, um sinnvolle und plausible Zukunftsannahmen zu treffen. Interessanterweise entwickelte sich in allen drei Workshops und der nachgelagerten Plenumsdiskussion ein Fokus auf die Frage, wie die ökonomischen und insbesondere die investiven Bedingungen für die Umsetzung von zukunftsfesten Technologien und Transformationen gesichert werden kann. Ein Beispiel dafür war die Aussage, dass die Betreiber der deutschen Chemieparks sehr offen für alternative Energien wie grünen Wasserstoff seien und bereit, den Umbau anzugehen. Bislang fehlten aber die Mittel, um die Ideen und Konzepte vor Ort zu realisieren. Private Investitionen könnten nur für Vorhaben gewonnen werden, deren Profitabilität überzeugend dargestellt werden kann. Als weitere Erfolgsbedingung wurden passende regulatorische Rahmensetzungen durch Nationalstaat und Europäische Union genannt, z. B. um Energiepreise zu garantieren, die die globale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und Europa erhalten, oder um erforderliche Rohstoffe zugänglich zu machen.

Die Frage nach den profitablen, aber gleichzeitig ökologischen und sozialverträglichen Entwicklungsstrategien für spezifische Unternehmungen blieb, durchaus erwartbar, auch nach diesem kurzweiligen Zwei-Stunden-Event offen. Dafür sind andere Formate, Methoden und Vorgehensweisen aus unserem Baukasten der strategischen Vorausschau besser geeignet. Dennoch wird der branchenweite Austausch über die Herausforderungen der Branche und den daraus ableitbaren Handlungsoptionen von den Mitgliedern der Advanced Foresight Group als wichtiger Schritt auf dem Weg zu firmen- und produktspezifischen Lösungen angesehen, die nachhaltig tragfähig und profitabel sind.

Ausblick

Deshalb werden wir diese und andere weiterführende Fragen gerne in den nächsten Teil der Veranstaltungsreihe mitnehmen, die voraussichtlich am 7. Oktober 2025 fortgesetzt wird und bei der es verstärkt um die Vernetzung zwischen den Teilnehmer:innen gehen soll. Einladungen folgen.